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McDonald’s
Zeitschrift Umělec
Jahrgang 2012, 1
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McDonald’s

Zeitschrift Umělec 2012/1

11.02.2013 15:59

Joshua Cohen | story | en cs de

Ein Text aus der Kurzgeschichtensammlung in Vorbereitung, Four New Messages, die von einem frustrierten Pharmazietexter handelt, in dessen Schriftstellerdasein eigenwillig unvollendete Figuren, eigenes Leben, die Beruhigungsdroge Nomenex und das Glühen des Neons die Burgerfranchise durchdringen.

Ich war dabei gewesen, eine Geschichte zu schreiben, schon wieder so ein Sturm an Scheiße, wie hunderte, die ich angefangen habe, nur um zerknüllt zu werden (ich war vorher noch nie blockiert, eine kleine Blockade wäre gut für mich gewesen, aber), kam zu diesem Abschnitt in der Geschichte und dann – ich musste aufhören, es war lächerlich!

Ich kam zu dem Punkt, von dem ich wusste, dass er kommen würde, der Punkt, an dem ich sagen müsste, was ich nicht sagen wollte, was ich nicht sagen konnte – was keinen Platz darin hatte, vergiss meine Geschichte, sagte ich meinem Vater, Worüber ich rede, hat keinen Platz in meinem Leben!

Worüber redest du? fragte mein Vater und lächelte die Brückenarbeit der Pensionierung darüber, sich mit etwas konfrontiert zu sehen, das genauso erstaunlich langweilig war, wie er selbst, wahrscheinlich – aber er selbst fiktionalisiert, als fiktive Person – da ich pleite bin und deshalb seine Sachen trug, außerdem habe ich den gleichen Bart wie er, da wir beide ein fliehendes Kinn haben. Ich war fürs Wochenende zurück nach Jersey gefahren, um sirenenlos in meinem alten hässlichen nicht mehr erkennbaren Zimmer zu schlafen und mich mit Hausmannskost vollzutanken.

Ich kann das WORT nicht aussprechen, sagte ich.

Wir waren im Schlafzimmer.

Er saß auf einem Stuhl, gegenüber von mir auf dem Bett und nippte an einem Weinglas und glotzte.

Du versuchst, mich dazu zu bringen, es auszusprechen, sagte ich.

Die Wände waren weiß von frischen Farbstrichen zerkratzt: Farbmuster für die Überlegungen meiner Eltern, das Schlafzimmer neu zu streichen, verschiedene Pastell- und andere so gut wie neutrale Töne, die mir so gar nicht entsprachen. Das Bett und der Stuhl gehörten nicht mir, sondern waren neu gekauft worden. Mein kastenartiger Schreibtisch war mitsamt den Regalen verschwunden, der Raum wurde zu einem Gästezimmer umgestaltet, aber – wie Mom es bemüht am Telefon jenen Freitag früh ausgedrückt hatte – ich sei immer willkommen.

Wie willst du mir erzählen, was passiert ist, ohne mir zu sagen, was für ein WORT du meinst? fragte Dad, der plötzlich aufgestanden älter und grauer und gichtgerundet und sein Glas von der Fensterbank nehmend und beschwipst war, aber vielleicht waren seine Füße eingeschlafen, und ging aus dem Zimmer.

Nach dem Abendessen verschwand Mom in Richtung Spüle, um abzuwaschen und eine Freundin zurückzurufen, die zuvor angerufen und das Stroganoff unterbrochen hatte, während Dad und ich sitzen blieben, als seien wir Extra-Tischbeine, und er sagte, Lass es uns noch mal versuchen, also erzählte ich ihm die Geschichte:

Ich sagte, Da ist dieses Mädchen, fangen wir mit ihr an, ich schätze, ich muss sie beschreiben. Hübsch? fragte Dad, ich sagte, ich würde sie als lohfarben (ich war mir nicht ganz sicher, was das bedeutete) beschreiben, mit rotgefärbten Haaren und zwei riesigen Augen, so groß wie ihr Mund. Sexy? fragte Dad und warf einen Blick rüber zu Mom, die damit beschäftigt war, aus Ohr und Telefon und Schulter ein diätisches Dessert-Sandwich zu machen. Ich sagte, Sie ist wie das Mädchen von nebenan, das heißt, sie ist ein bisschen billig, aber auch komplett blutüberströmt, in der ersten Szene ist sie von Kopf bis Fuß nur blutig. Klar ist sie das, sagte Dad (sich mit der Flasche ablenkend, schenkte er den letzten Kleinen Roten ein), aber man kann die verschiedenen Abschnitte eines Buches Szenen nennen? Ich dachte, diesen Begriff würde man nur für Filme benutzen? Ich sagte, Du kannst bei einem Buch von Szenen sprechen, aber wenn du bei einem Film von Kapiteln sprichst, werden die Leute dich für ein Arschloch halten. Klar werden sie das, sagte Dad, nahm augenzwinkernd einen Schluck, und als er das leere Glas wieder auf dem Tisch abgestellt hatte, waren keine Spülgeräusche mehr zu hören, die Küche war leer und Mom war schon nach oben gegangen, ihr Lachen trieb in die Ferne und verschwand dann, entschwebte in eine höhere Heiterkeit – in das Summen des Kühlschranks, die Umdrehungen der Waschmaschine, das zwanghafte Ticken der Uhr.

Sie hüpft auf dem Hintersitz herum, sagte ich, das ist der Auftakt: ihr von einem Messer blutverschmierter Körper, das aus ihm herausragt, auf dem Hintersitz, herumgeworfen zwischen ihrer Rückenlehne und dem Rücken der Rückenlehne vor ihr – Warte mal, sagte Dad, was zum Teufel? Ich sagte, Wenn er bei der nächsten großen schwangeren Bodenwelle nicht aufpasst, könnte ihr Leichnam auf den Boden purzeln, auf die schmutzigen Fußmatten fallen, auf die schmuddeligen Mattenbündel, um zwischen ihrem Sitz und seiner Rückenlehne festgeklemmt zu werden.

Seiner? fragte Dad, ich sagte, Wenn er nicht langsamer fährt.

Es ist Nacht? fragte Dad, ich sagte, Ja oder beinahe, die Sonne ist untergegangen, der Mond ist aufgegangen, wie kann man das genau wissen?, ihr Körper rollt und springt herum.

Was ist es für eine Nacht? fragte Dad, ich sagte, Es ist nass, die Ampeln leuchten wie Scheinwerfer.

Es ist grün, ein strahlendes Fahrgrün, das Auto wird schnell gefahren.

Langsam, sagte Dad, wer fährt?

Ihr Freund.

Freund?

Er fährt in südwestliche Richtung, sagte ich, weg von den Orten, an denen er groß geworden ist, in Richtung der Orte, an denen sie groß geworden ist, von ärmlicher nach reich, von kriminell nach handzahm kriminell – ein Viertel Tank, der bald leer ist, verbrennt das letzte Benzin, er verschwendet Zeit, er ist ins Stocken geraten.

Dad fragte, Wie heißt er?

Blut sammelt sich in den Nähten der Sitze, es bildet Lachen und das Radio ist aus, aber er stellt es trotzdem herunter, das ist ein gutes Detail, dass er den ganzen Lärm nicht erträgt, er stellt die Lautstärke runter, runter, weiter runter, in diesem ganzen Abschnitt stellt er nur die Lautstärke runter.

Warum macht er das? fragte Dad, Ich sagte, Es ist eine kreisende Bewegung, so wie man jemanden erstechen soll und dann mit dem Handgelenk das Messer dreht, den Knubbel der Leber, die Milz zwickt.

Das ist ein gutes Detail? fragte Dad.

Neon zischt vorbei, Neon zisst, sizzt? Die Windschutzscheibe wird in der Reflektion zur Beschilderung. Seine Kehle brennt, die des Freundes, „seine Hände sind in Vorbereitung angespannt.“

Als ich diese Zeile schrieb – die Geschichte in der Mitte beginnend, wie ich merkte –, wusste ich, dass auch ich ins Stocken geraten war (meine Hände waren in Vorbereitung, angespannt): wusste, dass ich das WORT nicht aussprechen könnte, wusste, dass ich es nicht schaffen würde, mir dieses WORT so zu Herzen zu nehmen, um eine Geschichte, in der es vorkommt, zu schreiben (ohnehin war das WORT kein Wort, war eigentlich weniger als ein Wort, war bedeutungslos, war nicht von makelloser Herkunft, hatte kein wahres Vermächtnis oder echte Schönheit, es war sogar weniger, als sein geringster Buchstabe, es war nichts, es war der Ruin).

Also beschrieb ich Dinge, ich erfand Dinge und beschrieb sie meinem Vater: Licht und Schilder und die Kehlen von Freunden, mein Gesicht im Schlaf mit einem Daumennagel untersuchend, der Wunden hinterließ, ich hörte auf zu rauchen und trank jede Nacht eine halbe Flasche gluckgluck Whiskey, wachte spät auf, um spät zur Arbeit zu kommen, wo ich mittelwestliche Zeitspannen im Internet damit verbrachte, diesem einen bestimmten Kommentator nachzujagen, von dem ich dachte, dass sein Name in einer Reihe lokaler Sportblogs geläufig wäre, aber unter zwölf verschiedenen, verschiedengeschlechtlichen Pseudonymen und Nachrichten von Rückrufaktionen, besonders, wenn es die heimische Autoindustrie betraf, und Suchmaschinen nach „was läuft falsch mit meiner Geschichte?“ durchsuchend, von der Arbeit kommend noch immer über die Geschichte grübelnd und die Geschichte hassend und denkend, dass dieses WORT in die Geschichte einzuführen so wäre, als würde ich Mom, die sich wirklich Enkelkinder wünscht, eine Freundin vorstellen, die in Wirklichkeit ein Mann ist, als ob ich Freunde zum Abendessen zu mir einladen und ihnen dann meinen Kot servieren würde, garniert mit Gedichten darüber, wie sehr ich Freunde hasse, und die Gedichte würden sich reimen.

Es wäre falsch, dieses WORT in meine Geschichte und damit in mein Leben zu bringen, nicht interessant in der Art, in der Ausländer oft mit ihrer Küche und Kleidung, ihren religionssoziokulturellen Traditionen und Sprachen das Gastland beleben, sondern, genau genommen, böse und destruktiv, Der Freund ist Ausländer? fragte Dad. Ich versuche, dir die Geschichte zu erzählen, ohne dir die Geschichte zu erzählen, sagte ich, dir sollte klar sein, dass Schriftsteller so was regelmäßig machen, Wir sind in Amerika? fragte Dad – Um es kurz zu wiederholen, sagte ich, er fährt, weil ihr Leichnam auf dem Rücksitz liegt, und ihr Leichnam liegt auf dem Rücksitz, weil er sie umgebracht hat.

Ihr Freund könnte, sagte ich, er war ursprünglich oder sollte, sagte ich, auf dem Weg zu ihr gewesen sein, hinein durch die Haustür, dann die Treppen hoch, um in der Kommode ihres Schlafzimmers nach dem Ring zu suchen, den er ihr gekauft hatte, dem Ring, den sie angenommen hatte, und den er in dem Moment, da sie ihn annahm, hatte zurück haben wollen, nicht den Ring, sondern das Geld, das er verkörperte, die Überstunden, die er verkörperte, Was macht er beruflich? fragte Dad, Aber er kann nicht einfach unangekündigt in ihr Haus platzen, sich an ihrer Familie vorbeidrängen, da sie jetzt bei ihrer Familie lebt, nach oben gehen, um ihre Schlafzimmerkommode zu durchwühlen, ich sagte, Bau, er arbeitet auf dem Bau, Was für eine Art Bau? fragte Dad, Er hat sie mit seinem Springmesser getötet, sagte ich, das er immer in der Jackentasche trägt.

Er ersticht sie mit einem Springmesser, nur um einen Ring zurück zu bekommen? fragte Dad, Doch hier sitzt das Dilemma, ich sagte: Er ist jetzt schon eine Stunde herumgefahren, stundenlang herumgefahren mit dem Leichnam auf dem Rücksitz und fragt sich, was tun, was sagen, soll die Leiche loswerden und wo oder sie mit ins Haus nehmen, solange noch früher Abend ist, in ihrem Haus aufschlagen zu einer Zeit, die möglicherweise noch Abendessenszeit sein könnte, mit dem guten Geschirr auf dem Tisch, der ganze Vogel zum Zerlegen steif, die Gemüsebeilagen als Beilagen, keine Blumen, aber eine Vase mit Blumenmotiv (Narzisse), (verschnupfte zirkonverkrustete) Kerzenhalter ohne Kerzen – unschuldig und behutsam mit Anmut ihren Körper, wie eine feine Politur, auf den Esszimmertisch legen, ihren Vater zwingen, ihren Leichnam mit einem Tischtuch „einem Brautkleid gleich“ zu bedecken, das Detail, das Tuch „ein Rasen in taugeglättetem Weiß“, die poetische Beschreibung oder andernfalls könnte er, er überlegt wieder eine andere Alternative, den Leichnam im Auto lassen, allein ins Haus gehen und ohne irgendetwas zu erklären, weder den Opfern noch dem Leser, alle drinnen abschlachten, denn ihre Familie – Vater, Mutter, vier Großeltern, wie ein ganzer Satz Familiensilber – wären die einzigen, die sie vermissen würden, wenn sie verloren ginge, Wie heißt sie? fragte Dad, wie heißt er? Ich sagte, und sterben ist hochgradig verloren gehen, Wann und wo spielt das? fragte Dad, was für ein Auto fährt er? oder vielleicht wär’s besser, es chronologisch zu erzählen, sagte ich, Dad fragte, Chronologie heißt, du erzählst mir endlich, was passiert ist?

Ich möchte ihn Ray nennen, oder Ronald, sagte ich – die Alternativen wären allerdings: Mac, Dick, Donnie/Donny, Smith/Smyth(e), Luke und John – aber bei ihr bin ich überzeugt, dass sie eine Patty ist, denn ihr Gesicht hat etwas von einem rohen Hamburger-Patty, so wie dessen gewachste Plastik-Verpackung, oder eine Sauerei nasser Taschentücher, die mit der Schminke einer Leichenhalle für Clowns verschmiert sind, Ich dachte, du hättest gesagt, sie würde gut aussehen? fragte Dad, Sie hat einen scharfen Körper, sagte ich, einen kleinen scharfen Körper, einen strammen kleinen scharfen Körper, aber das Clownsgesicht ist unschön, es sieht so aus, als würde es fettig schmelzen, und das Auto ist ein Ford, Was für ein Modell? fragte Dad, Ein weißer Ford, sagte ich, ein weißer Ford Escort, ich sagte, Ich weiß nicht, warum es mir so leicht fällt, Ford zu sagen, doch das tut es, es ist einfach zu sagen und so offensichtlich zu sagen, dass das Auto ein Ford war, und es war vielleicht ein Ford Fiesta in Rot, in Gelb, in einer Farbe wie der Herbst, wenn der Herbst eine Farbe ist – werden Fords im Herbst geliefert? ist es überflüssig, von einem herbstlichen Ford zu sprechen? Dad (der, während ich dies schreibe, vielleicht gerade seine allabendliche Kontrolle macht, dass das Garagentor auch verschlossen ist) fragte, Warum solltest du ein Problem damit haben, Ford zu sagen?

Mac, Dick, Mick, Ray Ronald, oder lass uns bei Ronald Ray bleiben, sagte ich, fährt diesen nein – vergiss, dass ich Ford gesagt habe, eben hat es sich noch zuverlässig, authentisch oder wahrscheinlich angehört, aber jetzt klingt es einfach beschissen.

Ich kann dir nicht folgen, sagte Dad, was ist denn so beschissen an Ford?

Ich, sagte ich, Vergangenheitsform:

Ronald Ray verließ das Haus, in dem er und Patty wohnten, das Haus, in dem sie zusammen gewohnt hatten, bis zu dem Streit letzte Woche, wann und wo die Hochzeit – Patty wollte sie immer noch später und protziger haben – stattfinden sollte, der ihn veranlasst hatte, einen Stiefel nach ihr zu schleudern: er, aufgewirbelt, in einer einzigen Socke, trat sie aus dem Haus – mit einem Auge, dass abflussschwarz anschwellen würde, einer gebärend aufgesprungenen Lippe – sie, ihre Eltern von einem Münztelefon zwei Ecken weiter anrufend, sie sollten sie abholen, aber nicht die Polizei benachrichtigen. Das Haus war ein Rancher-Haus, das Rancher-Haus hatte keine Einfahrt, Ronald Ray ließ das Auto an der Straße stehen, er lief zum Auto, an der Straße war eine Bushaltestelle und das Auto wurde andauernd vom Bus verbeult, der Bank gehörte das Auto, der Bank gehörte das Haus, beides war von der Bank geleast, der Bank gehörte der Straßenblock, Dies ist doch nicht die Stadt? fragte Dad, Er hatte an diesem Tag nicht gearbeitet, sagte ich, er hatte frei gehabt, denn es gab nichts zu tun auf dem Bau, denn keiner baute etwas, denn keiner hatte Geld und die Banken vergaben keine Kredite, Reden wir, obwohl du die Vergangenheitsform benutzt, fragte Dad, immer noch über die Gegenwart? Er stieg ins Auto und fuhr von ihrem Vorort in die Innenstadt, sagte ich, und obwohl ‚unbeschreiblich’ selbst eine Beschreibung ist, wird es erst einmal so beschrieben, allein durch die Art, wie es geschrieben ist, sollte offensichtlich werden, dass es keine Innenstadt gibt, dass diese Stadt vielmehr nur aus Vororten besteht, dass es keine Mitte gibt, kein verdichtendes Zentrum und dass Ronald Ray, je länger er fuhr, desto weniger sich vom Haus entfernte, nur immer mehr ins Netz verwickelt wurde, immer verstrickter und verlorener wurde, und es kam ihm vor, als ob Stunden vergangen waren, obwohl es nur Minuten waren, es wirkte wie ein gesamter Nachmittag, obwohl höchstens eine halbe Stunde vorüber war, als er vor einem Imbiss anhielt, Einem Imbiss? fragte Dad, Ronald Ray hing davor herum, sagte ich, durch die Scheiben, die mit gierigen Grapschfingerabdrücken beschmiert waren, seine Freundin oder Verlobte oder, scheiß drauf, Frau nun mal, Patty, beobachtend, die ihre Schicht beendete, und genau als die Nachrichten dudelten, stellte er das Radio ab, sah vom Ziffernblatt hoch, und da war dann der Höhepunkt der Geschichte.

Der Höhepunkt? fragte Dad, ich sagte, Es muss alles in der Stimmung oder dem Tonfall sein, falls es irgendetwas gibt, in dem sich Stimmung und Tonfall unterscheiden, oder in der Art, in der die kellnernde Patty, wie ein Putzlumpen aus der Hosentasche des Fensters hängend, sich hinüberlehnte – sich über den Tresen lehnte, um sich für heute auszustempeln, und ihr Manager, so wird er charakterisiert, „ihr Manager“, herbeidrängte und sie zwickte, aber sie richtete sich auf und haute ihm auf die Hand, bevor er sie noch einmal zwicken konnte, und drehte sich um, um hinauszugehen und sich an die Bushaltestelle zu stellen, und das, diese Belästigung, passierte jeden Tag, Wessen Belästigung? fragte Dad, hat ihr Mörder sie normalerweise abgeholt? Er fuhr einmal um den Block, um dann direkt neben ihr, am blätterbehäuften Bordstein anzuhalten und das erschreckte sie, sagte ich, sie wusste nicht, was sie sagen oder tun sollte, aber verhielt sich, als hätte er nicht gesehen, was gerade passiert war, vielleicht hatte er es übersehen oder würde es vergessen, dass er nicht mit der Sonnenbrille über zwölf Stichen schenkte sie ihm ein Lächeln, als sie die Tür öffnete und einstieg, aber sobald sie sich gesetzt und die Tür geschlossen hatte, wusste sie, dass er es gesehen haben musste, denn er beugte sich über den Schaltknüppel, um sie zu küssen, was etwas war, das er sonst nie tat, er war nicht die Person, die so etwas machte, Warum nicht? fragte Dad, wovor hat er Angst? Aber dieser Kuss – „dieses Kneifen der Lippen“, „dieser Stich von einem Kuss“ – war nur eine Ablenkung, sagte ich, denn mit einer Hand am Steuer stach er sie nieder, erstach sie mit seinem Springmesser und sie kreischte und ihre Todesschreie übertönend quietschten die Reifen, als er den Gang wechselte, um davon zu brausen, das Auto in die Gerade brachte und sein Messer aus ihr herauszog, dann ihren Körper zu ihm hin, um ihn auf den Rücksitz zu werfen, wo sie herumrollte und hüpfte, das Messer, das er auf den Boden geworfen hatte, schmutzig weiß, in Rot getüncht mit dem Messer, das in ihrem Körper geblieben war, der auf dem Rücksitz herumhüpfte und rollte, und die Wunde weiter aufschlitzte, damit sie ihr Tütchen Ketchup ausgoss – „diese Würzsauce in der Farbe der Liebe“ und er machte das weshalb? fragte Dad, ich kann seinen Beweggrund nicht nachvollziehen, Ich sagte, wenn ich einen Körper auf dem Rücksitz eines Autos herumhüpfen haben will, muss das Auto in Bewegung und der Körper leblos sein, und wenn ich den Körper leblos haben will, musste Patty getötet werden, Also hast du die ganze Sache nur angefangen, um einen herumhüpfenden Körper zu haben? fragte Dad, wie der Minutenzeiger einer Uhr, sagte ich, der Kehrzeiger, wenn man es poetisch ausdrücken möchte, wie der Atlantik, der gegen eine Mole schwappt, oder deine Hoden, die gegen den persönlichen Hintersitz einer Frau klatschen, wenn du sie brünstig von hinten nimmst, Schreibst du immer nur von einer Idee aus oder auf eine Idee hin? fragte Dad, und ist diese eine Idee immer so vollkommen idiotisch? Aber die Idee war, dass der Aufprall des Körpers die Zeit symbolisiert, sagte ich, und während der Sound das Ticken der Zeit ist, ist das Bild nicht so sehr der tote Körper als vielmehr das herumfahrende Auto mit dem toten Körper drin, der rollt und hüpft und hüpft und rollt, Also hast du das alles, und zu welchem Zweck? fragte Dad, Ich sagte, Das ist wohl die Stelle, wo der Monolog beginnt, wo Ronald Ray, dessen Name schon so klingt, als sei er ein Serienmörder, und der auf jeden Fall wie ein Mörder aussieht, mit seinem trüben Gesichtsausdruck, aber der abgewetzten Hakennase, sich darüber klar zu werden versucht, was er jetzt machen soll, nicht nur, was er mit dem Leichnam machen soll, wie, soll ich ihn an irgendeinem verlassenen Ort kleinhacken und in wie viele Stücke, sondern auch, was im Nachhinein zu tun ist, wie er sich fühlen soll, Tränen verdrücken, unter der Motorhaube nach Herz oder Seele suchen, Betroffenheit Ronald Ray – dies ist der Knotenpunkt in der Geschichte, an der ich/er Pläne mache/macht und Alibis suche/sucht, Komplotte, die für die Behörden und ihre Familie zu Verschwörungen werden, Wie etwa? fragte Dad, Wie, als hätte ich sie von der Arbeit abholen wollen und sie sah mich und lief winkend zu mir über die Straße, als sie von einem Auto überfahren wurde, einem Lieferwagen oder Transporter, auf dessen Seite der Aufdruck Irgendwelcher Lebensmittel stand, als ob ich nur dort gewesen wäre, um sie abzuholen, und darauf wartete, dass sie winkend zu mir hinüber laufen würde, als ein Mann um die Ecke kam, ein Schwarzer glaube ich, um unzählige Male mit dem Messer auf sie einzustechen, bis sie schließlich in meinen Armen starb, als ich sie zum Auto schleppte, weshalb ich keinen Krankenwagen rief, Aber muss sie denn sterben? fragte Dad, muss sie auf so schlimme Weise sterben? Aber der Tod auf der Buchseite ist nur ein Tippfehler, sagte ich: Du kannst zum Beispiel nicht Sie ist tot sagen – „sie“ ist nichts mehr. Du kannst zum Beispiel nicht Sie war tot sagen – da der Tod an sich ein Zustand ist, der die Ewigkeit voraussetzt, macht es das sehr ungenau, wenn nicht unmöglich, die Vergangenheitsform zu benutzen. Aber was heißt, dass der Tod einfach irgendein Fehler ist? fragte Dad, den man als Sprachfehler des Autors erkennen muss? Aber es gibt keinen Dad, es gab niemals so einen Dad, mein eigener Vater würde nie solche Fragen stellen, mein eigener Vater hätte nie die Geduld gehabt, mir zuzuhören, während ich über Literatur rede, schon gar nicht über die, die ich schreibe, oder Mord und Sex in irgendeinem unbeholfen ausgedachten Bundesstaat im Mittelwesten, obwohl ich glaube, dass, im Unterschied zu dem angetrunkenen Sexgerede nach dem Essen, über Hintereingangs-Hodenklatschen, was ihn schockiert hätte, ihm die Gewalt nur unbehaglich gewesen wäre (Bist du sicher, dass sein Auto eine richtige Gangschaltung hat? ist allerdings etwas, das er fragen könnte, Warum machst du nicht einfach einen Automatik draus und musst dich nicht um das Schalten und die Gänge kümmern?), genau wie mich gewisse andere Dinge verunsichern, gewisse Dinge und Zeiten und Orte, das Hier und Jetzt und gewisse WORTE.

 

 Ronald Ray fährt, Mom. Lichter funkeln, die über seine Wind-
schutzscheibe schießen. Ein Kleinwagen, bis zum Rand voll mit Hämoglobinwein. Wann wird aus Lichtern Licht? Kann etwas, das funkelt, auch schießen? Mom, du konntest früher jede Frage mit Leichtigkeit beantworten. Ronald Ray fährt an Bäumen vorbei. Er fährt an einem Briefkasten vorbei, der mit welkenden Ballons beflaggt ist. Warum verwelken Ballons (ich war sechs, als ich diese Frage stellte)? Wie kann die Post wissen, wie sie von Opas Haus zu unserem kommt (ich war vier, als du mich mitgenommen hast, um den Postboten kennenzulernen)? Er fährt an einem Kino vorbei, auf dessen Schriftdisplay mein Geburtsjahr steht, was der Einfachheit halber auch sein und Pattys Geburtsjahr ist. Was ist Parkplatz und was nicht? Was ist Baum und was nur Telefonmast?

Mom, er fährt und ich lasse ihn weiterfahren, um dir Hallo zu sagen, dich nicht in deinem Büro, denn es ist zu früh fürs Büro, sondern Zuhause anrufend, denn freitags arbeitest du nicht, aber bist aus Gewohnheit früh aufgestanden, und ich höre dir zu, deinen Geschichten über deine alten Freunde, die ich nicht leiden kann – die Kinder in meinem Alter haben, deren Erfolge ich nicht leiden kann – über deine neuen Freunde, deren Namen ich nicht kenne, darüber, was du kochst, als könnten Gerüche von neueren Telefonmodellen übertragen werden, ich höre mir Rezepte und deine laktosefreien, glutenfreien Abwandlungen davon an, die Reise, die du zu den Santa Fe Tanten machen willst, den Töpferkurs für Fortgeschrittene, den du besuchst, und die Hilfsorganisation für entzündliche Darmkrankheiten, die du ehrenamtlich unterstützt, und er fährt. Er ist so verloren wie eine 1:1-Karte – wogegen ich immer noch nur halb wach bin, trotz meines Anrufs, ein Anruf, den ich jetzt beenden möchte, ich muss in einer Stunde bei der Arbeit sein (und ich habe gerade jetzt keinen Gunpowder – den Tee – mehr).

Das ist so wie der Ford, Mom, da es andere Namen beinhaltet. Es beinhaltet, was ich dir erzählt und was ich dir nicht erzählt habe, und genau wie Mütter ihre Kinder anlügen, nicht nur darüber, wo die Luft hingeht und die Post und Telefonanrufe herkommen, sondern auch, was komplizierte Themen angeht, wie den Tod und Gott, und kann Gott sterben? Die meisten Kinder lügen auch ihre Eltern an, obwohl fast alle meiner Lügen idiotisch gewesen sind – ich habe aus Vergesslichkeit gelogen (und nun kannst du auch verstehen, warum ich bis jetzt vergessen habe, dir von ihnen zu erzählen). Ich habe dir erzählt, dass ich für einen Pharmakonzern arbeite, vielleicht habe ich ein paar Mal sogar für einen multinationalen Pharmakonzern gesagt – als ob die Anzahl der Länder, die gemeinsam unter einer bösartigen Decke stecken, Einfluss auf mein Gehalt haben würde –, aber was ich dir nicht erzählt habe ist, dass ich als Korrekturleser arbeite. Das ist alles, als Korrektor, der niedrigste der Lektoren, ein Leser, nicht mal ein Schreiber, ich darf nicht schreiben, ich habe die Schreiber nicht mal kennengelernt. Nur ihr Textmaterial erreicht mich in meiner 9 Uhr morgens Mail am Ende des Geschäftstags in Delhi oder Lahore, und ich soll es durchgehen – die Etiketten, die Beipackzettel – und die Fehler kenntlich machen. Man braucht keinen Muttersprachler, um falsch geschriebene Symptome und weggelassene Artikel, wie the und an, zu erkennen, aber man braucht auf jeden Fall einen Muttersprachler, der jedes Quartal bangen muss, outgesourced zu werden (wird Lahore Delhi korrigieren? oder Delhi Lahore?).

Als ich meine Geschichte begann, korrigierte ich ein Medikament namens Nomenex, Mom – es soll dich „glücklicher“ (mein Ausdruck) machen, vielleicht tut es das, wahrscheinlich eher nicht, was mich stört, ist nicht die Wirksamkeit, während Ronald Ray fährt. Was mich stört, ist die Art, in der die Leute im Büro immer noch drüber reden. Wenn jemand im Büro schlecht drauf ist, Mom – etwa, weil sie ihren Haustieren etwas Falsches zu essen gegeben haben, oder ihre Geschwister ins Gefängnis gekommen sind, was sie zum Weinen in Behindertentoiletten und Personaltreppenhäuser führt, die man nur fürs Herztraining oder in einem Notfall benutzen soll, um private Telefongespräche mit Top-Tierärzten und obskuren Anwalts-Onkeln zu führen – sagen sie nicht, Sie könnte Nomenex brauchen, oder, Du solltest deinen Arzt nach Nomenex fragen, stattdessen sagen sie, Sie muss nomenext werden, sie sagen, nomenext sie, oder, nomenext die Schlampe, und die Leute sagen das sogar über sich selbst, nomenext mich, ich liege eine Woche zurück, ich habe auf meine Diät geschissen, kann nicht schlafen, und Heather hasst mich. Heather oder das Wetter, oder was auch immer depressiv macht, nomenext meine Ex, wenn ihr schon dabei seid. Meine Kollegen haben alle Namen wie Heather, Mom. Wie kann man mit so einem Namen eine Person sein? wie kann man erwarten, ein Individuum zu sein? Namen sammeln, übertreiben, karikieren alles ins zu Explizite. Zwei Ricks in der Buchhaltung. Wir alle kennen Ricks, sogar Rick weiß, was er von einem Rick zu erwarten hat. Marketing Steve. Es ist ziemlich offensichtlich, wie man einen Steve vermarktet. Tucson, natürlich der- oder dasselbige (kümmert sich um den Vertrieb), Trenton, süßer Trenton, der erkennbar Schlimmste („unser“ Labor), Ronald Ray fährt und Patty plappert.

Mom, ich ziehe an, was gerade sauber ist. Hosen, Hemd, zu dem die Krawatte immer gebunden und in den Kragen geknöpft ist, einreihiges Jackett, alles einfarbig, außer der Krawatte, die Miniatur-Flaggenstreifen hisst, rot-weiß gefranst, die Hosen so dunkel, dass ich nicht sagen kann, ob sie blau oder schwarz sind, das Hemd weiß, glanzlose Sterne verschütteten Feinkostkaffees preisgebend, das Jackett passend zur Hose, ob nun genau oder ungenau, hängt davon ab, ob blau oder schwarz, die Socken auf jeden Fall schwarz, die Schuhe auf jeden Fall schwarz (die letzten habe ich zusammen gekauft, und der Verkäufer hat sein Wort drauf gegeben) – was diese farblich möglicherweise schon abgestimmte Garderobe definitiv aufeinander abstimmt, ist, dass keines der Labels mehr existiert. Dad hat sie im Verlauf der Jahre in meine Wohnung gebracht, Dad, der sie Jahre, Jahrzehnte und Taillenweiten zuvor gekauft hatte, und diese Kleidung – die jetzt die Nacktheit meiner Wohnung verhüllt, die eigentlich nur ein Schlafzimmer mit Schrank und einem Badezimmer, das nach verstopften Rohrleitungen riecht, ist – sagt mir Null, ihre Designer sagen mir Null, ihre normalerweise bedeutsamen Etiketten geben mir keinen aktuellen Hinweis darüber, ob der so bezeichnete Artikel einmal kostspielig modisch oder nur billig und außergewöhnlich öde war. Auf meinen anderen Hemden sind Flecken und Spritzer, aber keine Logos, Mom. Die anderen Hosen, die ich besitze, sind Jeans – in Sweatshops hergestellt, in Purda, auf halber Strecke über die unbekannte Erde hinweg, beschlagnahmt – und sie finden sicher ihre Billigungen, aber ich kaufe sie extra versteckt, um von meinem Gürtel oder in der Innennaht hermetisiert zu werden, der Migränenspannung meiner Erektion zugewandt – ich wette, du bist froh, diesen Gedanken zu haben, Mom, während Patty ruckelt und bebt.

Ich nehme den Zug, der schneller ist, als jeder Autoverkehr, ohne Ampeln, ohne Stoppschilder, aber Ronald Ray ist immer noch waghalsig gesteuert und der Körper bumst herum. Mom, sie bleiben verloren, genau wie ich. Für ein multinationales Unternehmen zu arbeiten, bedeutet, dass ich nur in einem Land arbeite und nicht reisen kann, ich pendle. Es gibt eine Turmspitze, an der man oft vorbeigeht. In der Turmspitze gibt es ein Büro, an dem man oft vorbeigeht. Nicht nur dieses multinationale Pharmaunternehmen hat einen Namen, auch seine Tochterunternehmen haben Namen, und ein paar dieser Tochterunternehmen verkaufen pharmazeutische Produkte, die Namen haben, und wieder andere Tochterunternehmen haben die Lizenzen, Generika dieser pharmazeutischen Produkte zu verkaufen, und sogar diese Generika haben Namen (generische Namen) – und auch die Turmspitze hat einen Namen, und der Name der Turmspitze ist derselbe wie der des multinationalen Unternehmens, doch bevor die Turmspitze nach dem multinationalen Unternehmen benannt wurde, hieß sie nach einer Firma, die von dem multinationalen Unternehmen übernommen wurde, und der Name der Firma wurde dem Namen des multinationalen Unternehmens hinzugefügt, und infolgedessen wurde auch der Name der Turmspitze geändert, Mom, (Namen, die ich nicht nennen kann, Namen, die ich nicht einmal denken würde).

9 Uhr morgens, ich fahre meinen Arbeitscomputer hoch, meinen Morgencomputer, der mich daran erinnern soll, wo ich letzte Nacht aufgehört hatte (ich hatte niemals aufgehört): ich wusste nicht, wohin mit Pattys Leichnam, Ronald Ray wusste nicht, was er zu dem Leichnam sagen sollte, wir wussten nicht, was unsere Verantwortung ihm gegenüber war, Mom, selbst unsere Zeitformen waren unentschlossen. Es war unglaubwürdig, dass jemandem dieser fiktive Streifen bekannt vorkommen konnte, aber es war auch glaubhaft. Unmöglich und doch möglich, dass jemand diesen Kommerz ein Zuhause nennen könnte (ich dachte an Zuhause, als ich das schrieb). Überall um ihn herum kündigten Leuchtreklamen freie Motelzimmer an, ließen die Vokale selbst frei: Vcncy – die lokalen Errata durchgebrannter Anschlüsse, durchgebrannter Glühbirnen, Free Cable TV! als ob man es durch Anwälte vertreten müsse – weshalb hatten sie denn dieses Mal das Kabelfernsehen eingesperrt? (Diesen Spruch hatte ich mir aufgespart.) Sind wir an dieser Abfahrt nicht schon mal abgefahren, Mom? Fahren wir raus oder essen wir etwas? Haben wir unsere Medikamente genommen oder nicht? und wenn ja, hätte man sie nicht zu einer Mahlzeit einnehmen müssen? Licht blinkende Lichter. Mom, blinkt ein Licht an oder aus? oder deckt es beides ab, wenn man einfach sagt Es blinkt? Darüber habe ich eine Woche lang nachgedacht. Blinkblinkend laufen die Korrekturen, die Korrigenda. 9:30 Email, 10:00 Sitzung zum neuen Produkt-Slogan (sogar wir Galeeren-Drohnen werden befragt), 11:00 Email, Hunger, Langeweile (die eine andere Art des Hungers ist), Ronald Ray war noch immer getrieben und Patty hörte nicht auf, tot zu sein.

Mittwoch ohne Frühstück, ich stellte mir vor, dass auch er
Hunger haben könnte. Donnerstag fiel mein 11:30 aus (Standardbesprechung, der Aufsichtsführende hatte die Grippe), ich hatte genug davon, an den Schreibtisch gefesselt zu sein. Ich dachte, geh irgendwo etwas essen. Ich dachte, geh irgendwo etwas essen, wo du dir mit deiner Geschichte den Bauch vollschlagen kannst. Kein Job, vor dem man sich drücken kann, Mom. Das Leben stand auf dem Spiel, das Überleben. Mein eigenes. Das – in motorischer Kursivschrift – meiner Geschichte. Mord, der selbst ein Hunger ist, macht auch hungrig. Denn beides sind Fragen des Appetits, der Selbstverleugnung, bis man mürbe wird. Des Festhaltens am Lenkrad, bis der Motorblock einfach birst. Des Weitergehens – Weitermachens, Mom, oder Weitergehens? oder sind beide Wörter austauschbar wie Straßenschilder, die nur ihre Ziele über die Landesgrenzen ändern? Ich frischte mein Wissen über diese Unterscheidung auf, bevor ich zum Mittagessen rausging. Es war der letzte Tag der ersten Woche, in der ich blockiert war. Ich ging weiter, als ich normalerweise ging, Mom, um damit nicht weiterzumachen. Ich ging ganze Straßenzüge entlang. Ich ging an Restaurantessen vorbei, an Bar-Essen, er fuhr an Spielhallen vorbei, in denen Spielhallenessen serviert wird, fuhr an Billardsalons und Bowlinghallen vorbei, die Billard- und Bowlingessen anbieten. Aber Essen-Essen, Mom. Du hättest für ihn kochen können, oder ich, wenn ich kochen könnte.

Essen, die bodenlose Metapher. Essen wie, oder als, unersättlicher Vergleich. Eine Tasche voll Pressfleisch, von einem Karren geschnitten. Das war meine Zielsetzung. Freundlicherweise von einem heiteren, ehrlichen Halal zur Verfügung gestellt, der gerne Spanisch übte. Das Geld jeder verkauften Tasche ging nach Halalabad, wo er Frau und Sohn zurückgelassen hatte. Er hatte mich gefragt, Was sind die besten Kopfhörer, die ich für meinen Erben erwerben kann? was ist das stabilste Skateboard, das man beschaffen kann? Meine Antwort war gewesen, ihm einen Monat lang aus dem Weg zu gehen. Ich bereue das, Mom. Mir fehlte seine Rotisserie-Statur, das Carbonat-Geplänkel. Wie er an der Ecke 10. Straße & Inanity stand, über terroristische Wirtschaftsformen redete – mein Karren war nicht da, mein spanischer Halal war nicht da. Ich schnorrte eine Kippe (Sekretärin), Feuer (Lieferant), drückte sie aus. Diese invaginierte Pita-Tasche mit eingelegtem Gemüse oben drauf – sie hatte mir früher dort geschmeckt, sie hätte mir früher dort immer geschmeckt. Ohne Essen, aber noch in der Mittagspause, zurück in der Lobby, beobachtete ich, was für Essenssachen meine Kollegen-Turmspitzer mochten. Der Sicherheitsdienst pumpte sich mit Hantelwraps und Proteinshakes voll. Die 12-Uhr-Empfangsdame verließ um 12 Uhr den Aufzug, um Wasser und einen Salat zu empfangen. Nichts davon wär’s gewesen, Mom. Zurück an meinem Arbeitsplatz – Ronald Ray an seiner Windschutzscheibe, mein Bildschirm – brauchte ich eine weitere Stunde, bis ich verstanden hatte, wie schlimm ich vergiftet worden war.

Mom, den ganzen nächsten Monat war ich vollgestopft, verstopft, gepackt von einer erbärmlichen Mogigraphie (ich hatte ein Nachschlagewerk, das den Kühlschrank in der Büroküche begradigen sollte, darunter hervorgepflückt, um die Termini Technici für „Schreibblockade“ zu ermitteln) – unsicher, oder vielleicht auch viel zu sicher darüber, wo genau meine Figur essen sollte. Ich quälte mich damit herum, warum er dort essen würde, was das Essen dort über ihn/mich aussagen würde – damit, was riskanter wäre: die Fahrt durch einen Drive-Thru mit Patty auf dem Rücksitz? oder für die Dauer eines 3-Gänge-Menüs einfach ihren Kadaver zu parken? Sollte er den Impuls befriedigen, zu Pattys Imbiss zurückzukehren? oder könnte das so gelesen werden, dass man die Tragödie aus Sicherheitsgründen einfach an eine beruhigende Schulter lehnt? Ronald Ray sah die hintergrundbeleuchteten Logos näherkommen, jede feige Fleischwerdung, jedes Franchise des Verlangens. So viele Annehmlichkeiten, und doch so viele gleich, so viele Arten, sie zu missbilligen, und doch so viele gleich. Zu viele wenige Auswahlmöglichkeiten: in welches Restaurant sollte ich einkehren? was bestellen in welchem Restaurant, in das er einkehren sollte? welchen Anzug tragen oder waschen? nachdem ich schon das Frühstück ausgelassen hatte, sollte ich auch das Mittagessen übergehen, um zu schreiben? Ich weiß, dass dich nichts beeindruckt, Mom. Während der Mittagspausen blieb ich sitzen, hielt ihn in Bewegung. Ich, sitzend in einem Drehstuhl, der zu verkrüppelt war, um sich drehen zu können, leidend, er, für Sushi, das von Chinesen gemacht wird, einen Schlenker machend, ruft schon mal beim Mexikaner an – aber wie würde Ronald Ray anrufen, Mom? hatte er ein Handy oder müsste man noch einen öffentliches Münztelefon mit hineinziehen? Ich füllte das Auto mit Benzin nach und ließ seinen eigenen Tank leer.

An einem schwindenden Arbeitstag, als ich ein ungenehmigtes Aufmerksamkeitsdefizit-Mittel neu genehmigen sollte – „NAME [den Inderpakis ist es nicht erlaubt, die Namen der Medikamente zu kennen, deren Inhaltsstoffe sie vorlagengemäß zusammenstellen: Namen sind vertraulich und dürfen nur von uns Angestellten mit tausenden Kilometern Abstand eingefügt werden] könnte Nebenwirkungen hervorrufen. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome in schwerem Ausmaß auftreten oder nicht wieder abklingen: Nervosität, Ruhelosigkeit, Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, unkontrollierbares Zittern eines Teils des Körpers, Veränderungen bzgl. der Libido oder Potenz“ – ich hatte selbst Probleme, Mom, dem Aufmerksamkeit zu schenken (was „der kognitive Prozess selektiver Konzentration“ ist, laut einer gemeinschaftlich herausgegebenen Website, die ich redigierte und eigentlich anderweitig hätte redigieren sollen, alles, außer diesen Eintrag lauten zu lassen: „der kognitive Prozess selektiver Konzentration darauf, was mit dem Schawarma-Stand auf der 10. Straße passiert ist“). Druckfehler schlüpften vorbei und verschlampten mein Manuskript. Ich wurde verwarnt, ich, der sonst die Warnungen aussprach (das war alles, was mein Manuskript darstellte): machen Sie dies, unterlassen Sie das, wenn Sie unter Bauchschmerzen oder Übelkeit leiden, und Ronald Ray dromomanisch. Im Online-Wörterbuch war die Definition von Dromomanie mit einem Thesaurus verlinkt, der Drapetomanie (dieses Scharlatan-Syndrom, dass Sklaven veranlasste, aus der Gefangenschaft zu fliehen) vorschlug (riet/aufs Tapet brachte/empfahl). Ich suchte danach, ließ eine Seite auf meinem Bildschirm offen, als ich pissen ging, wurde wegen meinem (der Subtext lautete rassistischen) Verstoß gegen die INR (Internet-
nutzungsrichtlinie) des Unternehmens gemaßregelt. Zumindest litt ich nicht an „schmerzhaftem oder häufigem Urinieren“, aber mit all diesem Stress – obgleich Affekt nicht gleich Effekt ist – fühlte ich eine „ungewöhnliche Schwäche“, die einmal in einer Inderpaki-Mail als „ungewöhnliche Schwächere“ beschrieben wurde – ich wäre niemals in der Lage, kein Computer wäre jemals in der Lage, es so wunderschön auszudrücken, Mom. Ich werde niemals eine Gehaltserhöhung oder eine Beförderung kriegen, und wir benutzen das, was man Aufzählungskommata nennt. Ich schrieb Seiten, die ich dann in den Müll warf, bekam dann Angst, dass ein Kollege sie finden könnte, fischte sie wieder heraus, damit der Schredder Piñata-Innereien daraus machte, die ich in eine Tüte innerhalb einer Tüte tütete, um sie in den Müllcontainer in einer weiter entfernten Sackgasse zu werfen (wenn ich gekonnt hätte, hätte ich die Sackgasse geschreddert).

Und das machte ich jeden Tag, Mom, zwei Worte, die man benutzt, um eine sich wiederholende Erfahrung auszudrücken, wogegen ein Wort, alltäglich, gebraucht wird, wenn man vom Langweiligen, Banalen spricht. Ich mailte alles von: meinem Arbeitscomputer an: meine private Mail, löschen. Zuhause angekommen, checkte ich meine Mails am Heimcomputer, meinem Nachtcomputer, las das Geschriebene wieder, schrieb es um. Ich ersparte mir das Abendessen, mailte mir selber, was an diesem Abend gehäutet und ausgeweidet worden war, dann, zwischen den Laken eingeklemmt, die wie veraltetes Papier liniert waren, löschte ich das Licht. Jeder Tag doppelt gelebt, alltägliche Duplizität. Nomenex uns beide, Mom, aber lies erst das Kleingedruckte: Nomenex gibt es gar nicht, es ist eine Musterdroge, ein aus Komposita zusammengesetztes Kompositum – inspiriert davon, wie ein Amphetamin mit einem Dextroamphetamin zu einem einzigen Medikament vereint werden kann, das sowohl hilft, die Aufmerksamkeit zu fokussieren, als auch, abzunehmen, womit die anderen ihre Aufmerksamkeit nun etwas Besseraussehendem widmen können, jemand Schlankerem, auf den sie den Fokus ihrer persönlichen Dosierungen richten können – ein fiktionaler Ersatz für eine Reihe Antidepressiva, die es tatsächlich gibt und die ich lieber nicht nennen würde, nicht nur aus Angst vor rechtlichen Maßnahmen (falls dies veröffentlicht wird), sondern auch davor, gefeuert zu werden. Ich konnte nicht schlafen, Mom, aber ich brauchte kein Schlafmittel – ich brauchte einen Hamburger. Ich will nicht unaufrichtig sein: ich brauchte einen bestimmten Burger – bezüglich der Hamburgerbrötchen und des -Fleisches ununterscheidbar von anderen, aber durch andere Kriterien unterschieden. Ich konnte ihn schmecken, Ronald Ray konnte ihn schmecken – sowohl aktiv als auch passiv all seine Zutaten schmecken – aber ich konnte ihm nicht vorschreiben, was er wollte, nicht mal, was ich wollte: ich konnte keinen von uns mit nicht vorhandenem Nomenex nomenexen, ich konnte nicht benennen und dadurch ins Leben rufen, Mom, ich war ein Wrack.

 

Ronald Ray, er wird es in der dritten Person versuchen. Es gibt nichts Effizienteres als die dritte Person (Allwissenheit), und eine Geschichte über Fastfood sollte genau das sein: effizient. Der Verfasser – nennen wir ihn J, der fiktionalisierende Krankist, regelmäßig Onanierender und Unterbeschäftigter – kann schreiben, aber nicht benennen, obwohl er weiß, was er benennen will, er weiß, was er sagen will, er kennt das WORT, er kennt die Buchstaben, die das WORT bilden, er weiß, wie sich die Buchstaben anhören und wie sie aussehen, Ronald Ray, er kennt sie, wie er das Wort Uxorizid kennt, wie er die harten und die weichen Laute und die Form des J kennt, aber er kann sie nicht aussprechen oder in die richtige Reihenfolge bringen, er kann sie nicht in…er kann dich nur gestört herumfahren lassen, deine Meilen zurücklegen, deine Ausfahrten und Wendungen nehmen lassen, dich selbst und das Netz Fleisch werden lassen, du verkörperst dich selbst im Netz, während er sein eigenes Versagen kartiert – nachts, sein Kopf mittig auf der weißen Vollkommenheit eines Kissens, dem nur ein paar verstreute Körner und ein kurzes Aufbacken fehlen, um wie ein Brötchen auszusehen – während Kriege und Seuchen herumstrudeln, hier und da wie brodelndes Öl hochsprudeln. Ronald Ray, er kann’s nicht tun, es tut ihm leid, aber auch erbärmliche Wichte müssen Maßstäbe haben, erbärmliche fiktive Maßstäbe. Er könnte ein fiktives Restaurant erfinden, wo du dann in deinen Burger beißen könntest, aber jedes fiktive Restaurant wäre, wie Nomenex, ein wertloser Simulant oder eine schlechte Imitation, ein Generikum aus Generika. Jedes Burger-Restaurant, das er erfände, würde ganz klar auf einem wirklichen Burger-Restaurant basieren, ein wirkliches Burger-Restaurant, das jeder kennt und in dem jeder schon einmal war und in dem auch er schon war (so, wie der Verfasser auch die wirklichen Drogen, auf denen Nomenex basiert, getestet hat). Armes Burger-Restaurant, das gegen eine Fiktion ankämpfen muss? Nein, arme Fiktion, die gegen ein Burger-Restaurant ankämpfen muss! Ronald Ray, hat der Verfasser Angst, dass man denkt, die Wettbewerber seines ausgedachten Franchise hätten ihn in der Tasche? Aber kann eine Kette, die gar nicht existiert, überhaupt Wettbewerber haben? Ein Restaurant zu erfinden ist gleich eine ganze Kette aufzublasen? Ja, Ronald Ray, lächerlich! Der Verfasser müsste unveröffentlicht in seiner Wohnung sitzen (und der Wasserdruck ist in letzter Zeit eher dürftig) und sich ein Hamburger-Franchise ausdenken, sich einen Namen und sogar ein Logo dafür ausdenken und die gesamte Erfindung, ihre äußere und innere Erscheinung, falsch eintragen und marken- und urheberrechtlich vor ihren Gastronymen schützen, den fleischigen Neonamen seiner supersynthetisierten Küche, und warum? nur, weil er nicht gesehen werden will, wie er irgendeinen tatsächlich existierenden und heißgeliebten Burger-Franchise in dieser scheiß kreatischen Erzählung unterstützt, `Tschuldigung Ronald Ray, über den banalen Mord an deiner Freundin? Glaubt der Verfasser wirklich, dass die Erwähnung dieses tatsächlich existierenden, berühmten Burger-Franchise in seiner Geschichte dazu dienen könnte, seinen Ruhm wie Mayo auf einem Burgerbrötchen zu verbreiten – wie Krieg und Seuchen zu verbreiten? wie literarische „Einflüsse“? Ist er überzeugt davon, dass er nur dessen (er kann sich nicht für das eine, allumfassende Wort entscheiden) Homogenisierung weiter popularisieren würde? ist er überzeugt davon, dass er die vollkommene Vielfältigkeit des Schadens der Kette weiter homogenisieren würde? Das sollte er nicht, er sollte sich keine Sorgen machen. Diese Geschichte wird nie veröffentlicht werden, sie wird nicht überleben – nicht wie Plastikbehälter, nicht wie Styropor, die sich immerwährend zersetzen werden. Diese Geschichte ist dem ähnlicher, was darin verpackt ist: ungesund, in Ausbeutung (Selbstausbeutung) hergestellt, um konsumiert oder nicht konsumiert zu werden, in jedem Fall schnell futsch, schnell vergessen. Ausgeschieden, ausgeschrieben. Ronald Ray, du musst gefräßig sein. Kurbel ein Fenster herunter und denk über die verschiedenen Bedeutungen von „Zug“ nach.

 

RR, dies hat dein Verfasser getan: Er hörte auf zu schreiben und begann zu lesen, Bücher aus der Bücherei und aus dem Internet ausgedruckte Seiten, Seiten im Internet, alles über die Geschichte dieser Burger-Kette, an die er dachte, diese Burger-Kette, die nicht benannt werden kann (an die unglücklicherweise aber auch nicht nicht gedacht werden kann) (während der Job ignoriert wurde, während er seine Wortzählungen vernachlässigte, seine Anwesenheit im Büro die eines peniblen, pedantischen, letzten Endes abzulehnenden Einschaltungszeichens, jede Nachlässigkeit durch die eigene unterstützend) – er las über die Brüder, die ein Restaurant eröffnet hatten, das Hamburger anbot und das sehr erfolgreich war, alle liebten ihre Burger und kamen nicht nur aus der näheren Umgebung dorthin, um sie zu essen, das war in Kalifornien im Jahre 1954 (Informationen wie ein Konglomerat, das die Vorstellung neu ordnet: 1954, das Geburtsjahr des Farbfernsehens, der Eltern deines Verfassers, der Aufhebung der Rassentrennung!), und dann kam ein Mann auf die Brüder zu, ein Unternehmer mit Unternehmergeist, und kaufte ihnen ihr Restaurant ab, und zusammen mit diesem Kauf machte er etwas absolut Unglaubliches – dein Verfasser muss daran denken, wie schockiert und ungläubig er zuerst war, als er erfuhr, dass das möglich war, er muss daran denken, wie naiv und unreif er sich fühlte, als er erfuhr, dass man das nicht nur machen konnte, sondern auch, dass es oft gemacht wurde, und dass es sogar Gesetze gab, die solche unlöschbaren Transaktionen regelten – zusammen mit dem Restaurant verkauften die Brüder diesem Mann ihren Namen. Die Gründerbrüder des Hamburger-Restaurants verkauften diesem Mann ihren Nachnamen, welcher ihn prompt markenrechtlich schützen ließ und so verhinderte, dass die Brüder jemals noch Gelder aus seiner Nutzung beziehen konnten: Falls sie jemals wieder ein Restaurant eröffnen wollten – mit Burgern, ohne Burger, egal – könnten sie nicht ihren eigenen Namen benutzen, sie müssten einen anderen nehmen, es war fast schon Luxus, dass sie ihren Nachnamen überhaupt behalten durften, dass ihnen erlaubt wurde, den Namen ihres Vaters als Geburtsrecht ihren Kindern weiterzugeben (hatten sie Kinder? überprüfen?). Dieser Mann, als alleiniger Eigentümer des väterlich-vorangestellten Namens anderer Männer, nahm daraufhin dieses eine Restaurant, das er besaß, und verdoppelte es, verdreifachte es, korporatisierte das Restaurant zu einer erstmal ganz Kalifornien umspannenden Kette, bevor er damit weitermachte, erst Amerika und dann die restliche Welt kulinarisch zu kolonisieren, und dein Verfasser las davon, RR – es war sein einziger Forschungsversuch und die Resultate ekelten ihn und es war Winter in New York City im Jahr 2008.

Ein Winter, in dem dein Verfasser es vermied, seine Eltern zu sehen, seine Quoten verbummelte und dich mehrere ökologisch untragbare Monate lang schlaflos durch den Mittelwesten fahren ließ, oder genug Ökologien mitteln ließ, nur weil er sich nicht dazu durchringen konnte, die neun Buchstaben hinzuschreiben oder zu tippen, die das Restaurant substantivierten, das du und er so händeringend mit ihrer Kundschaft beglücken wollten, RR – mit diesem toten Körper hinten drin, diesem scheiß toten Körper hinten drin, mit dem Leichnam in deinem Kofferraum, dachte dein Verfasser, der Leichnam in Stücken auf deine Taschen und über deine Person verteilt, überdachte es dein Verfasser. Der Unterschied zwischen Autobahn- und Landstraßen-Dasein. Der Unterschied zwischen einer Straße und einem Weg ist. Verben: am Proviant voren, die Fressalien phagen. Adjektive: nasse Autobahn, grüne Autobahn, blaugrüne Autobahn, verknotet verwickelt verworren. Autobahngebühren? (Einbinden: die Beziehung zwischen Aufschieben und Hunger, Bild: der Lautstärkeregler des Radios als Brustwarzenhof, Bild: ein Straßengraben wie eine rumpelnde Friteuse, Bild: RRs Magen ein Ersatzreifen, Bild: auf dem Rücksitz, das einzige, was herumklappert, sind verdorbene Essensreste.)

12/08, Seiten/.txt-Dateien wurden mit Ersatznamen für diese unnennbare Fallgrube übersättigt: Melter’s, Grilltastic, Big Burger („Wo die Burger groooß sind“, dessen altbackenes Logo zwei verbundene Bs gewesen wären, zwei miteinander verflochtene Bs – wie ein Monogramm auf den Hochzeitsgeschenkhandtüchern eines frisch verheirateten Paares – bis er über das in den zwei Bs vorhandene Potential stolperte, deren lange, senkrechte Rücken in die Horizontale gelegt worden waren, faul herumliegende BBs, die an zwei Brüder mit Bierbäuchen erinnerten, die es nach dem Essen, schwer atmend, umgehauen hatte – als hätte man eine Serviette unter ihnen weggezogen – oder an vier magenaufquellende Burger, die für einen Snack nach dem Essen aufgereiht waren:). Die Hoffnung lag darin, Kunst zu machen, RR, keine Probleme. Keine Prosa-Rezepte, keine prosaischen Kassenbons. Dein Verfasser konnte sich nicht dazu durchringen, den Namen dieses berühmten Imitierenden zu textverarbeiten und suchte stattdessen nach anderen Namen, warum? fragt er sich, Warum? Kann er vielleicht aus Missgunst den Namen der Berühmtheit nicht nennen? ist er vielleicht allem Berühmten gegenüber missgünstig? Schließlich hat dieses berühmte Original – er sollte es jedes Mal anders nennen, so dass auch weder ein Verweis noch eine Negation automatisch zu seiner Bezeichnung werden können: „Berühmte Kette“ oder „Fra-Fra-Franchise“, „Spitzname“ oder „Das Restaurant, Das Allen Spitznamen Widersteht“ – schließlich hat diese berüchtigte Kette ihn nie bezahlt, dieses süßliche, schmalzige, zuckrige Franchise, das nicht will oder kann etc. etc., hat nie seine Kunst unterstützt.

RR, dein Verfasser ist (hofft, es zu sein) ein Schriftsteller, der schreibt, kein Eckbüro-Kapitalist bei einem Spesenabrechnungs-Gelage, der sich mit Aktienzertifikaten betrinkt. Warum sollte er dieses Fastfood-Unternehmen sponsern oder von ihm gesponsert werden, weil er dessen Markennamen in seine Geschichte einbringt? in deine? Würde dieser Nahrungsmittel-Konzern jemals sein Gekritzel auf Burgerverpackungen drucken? würden sie ihr Frittenpapier mit dem Anfang von Der blutige Körper schmücken? Würdest du das schlucken, RR? „Seine Freundin mit den lohfarbenen, riesigen Augen“, auf den Apfeltaschen, unter den Hähnchennuggets entdeckt – lohfarbene Fritten wie Finger! und was für ein furchtbarer Titel, Der Körper stirbt blutend! Hat dein Verfasser vielleicht Angst vor der Gegenwart? Vor dem Genre der Gegenwart (Ephemeraphobie)? vielleicht will er seine Geschichte nicht datieren? Geschichten sollten „zeitlos“ sein – anachronistisch? Das Dilemma ist, dass selbst die kleinsten Details – wie ein Auto und das Fest des gleichen Tempos, der gleichen Pharmakonzerne und Turmspitzen – einen Text datieren und platzieren, ihn geographisch und historisch fixieren. Aus deiner Geschichte ist jetzt ein Text geworden, RR, was passiert, wenn dir klar wird, dass die Geschichte zu Ende ist (sie hätte zu Ende sein sollen, als du an den zischenden Neonlichtern vorbeigefahren warst, Neon schreibt alles im Plusquamperfekt).

RR, vielleicht ist dein Verfasser der einzige Schriftsteller, der dieses Problem hat, vielleicht ist er zu ernsthaft. Eventuell haben sich andere Schriftsteller besser an ihre Umstände angepasst, sind weniger verklemmt. Er würde sie fragen, wenn er sie kennen würde, wenn er einen von ihnen gut genug kennen würde. Nur A.J. mit dem kursiven Schnurrbart und der russischen Besessenheit (sie waren zusammen in der Schule, A.J. schreibt Jugendkrimis). B.C.D. (auch eine ehemalige Schulkameradin, jetzt Schmierfink, die nicht trockenficken wollte), die einem Wochenmagazin eine größere Leserschaft für seine weniger sprechdurchfallartigen Comics verschafft. H., die ihre Dissertation über Nabokov wie Nabokov schrieb: widerspenstig, beschwingt, germanophon, frankophon, auf höherem Niveau unvorstädtisch, und der Preis dafür ist eine universitäre Festanstellung. Y., der nicht weiß, ob die Handlung die er „Fleisch werden lässt“, das Fleisch, das er „entwickelt“ – seine Verlobte hat vom entsprechenden Fernseher Kochen gelernt –, ein Roman oder ein Drehbuch sein will. Fürchtet keine Verleumdung oder Diffamierung (ich habe sogar die Initialen gefälscht), die Literatur hat diese Macht eingebüßt. Faire Nutzung heißt nur, dass der Nutzer unfair benutzt wurde. Dein Verfasser kennt bildende Künstler, die ihre Körper an Konzerne verkauft und sich deren Embleme und Slogans auf ihre leichenblassen Unterarme und Schenkel tätowiert haben. Er kennt Komponisten abstrakter Musik, deren Dissonanzen man aushalten muss, nur um die Erleichterung, die ein kleiner Schnipsel aus einem Popsong der 1990er oder 80er oder 70er oder 60er oder 50er bringt, erst richtig schätzen zu können. Kunst, die andere Kunst sampelt, Zitate, die andere Zitate zitieren – dein Verfasser kennt dieses Phänomen, ihm ist es, ironisch gesagt, bewusst, er ist in einer Kultur des (diesmal nicht ironisch gemeint, nur die adäquateste Geschmacks-Analogie auswählend): Rückflusses groß geworden, einer Kultur der Übersättigung bis zum Kotzen, sich mit der Kotze wieder übersättigend bis zum erneuten Erbrechen – mit Käsestückchen drin – und diese Lache wieder aufleckend. RR, dein Verfasser weiß, dass Konzepte bezüglich der Nutzung von Markennamen und diversem kommerziellen Blabla in der Literatur schon gründlich von anderen Schriftstellern mit anderen Worten beschrieben wurden, mit langen Worten, vielsilbigen Vielteiligenfrankfurterwürstchenartigenworten, die sich auf dem Papier genauso widerlich anhören und aussehen, wie die urheberrechtlich geschützten Nomen, die sie kritisieren (er wird sie an dieser Stelle nicht „instanziieren“) und, RR, dein Verfasser weiß auch – de Facto! de Facto!, dass all seine Bedenken über Markennamen & Co. als alt und abgedroschen angesehen werden, und dass die meisten Leute, also die meisten seiner Bekannten, ihn für, wenn intellektuell, dann anspruchsvoll gestelzt halten (was Y. sagte, als er ihm deine Geschichte schickte, „wertvoll gestelzt“), zerknirschend und öde (Y. sagte, „deine Geschichte ist nur knirsch knirsch knirsch und auf einmal: öde“), sie glauben, dass sein Problem – den Namen eines profitorientierten Unternehmens in einer nicht-erwerbswirtschaftlich ausgerichteten oder nur geringfügig profitablen Geschichte zu schreiben, ihm Schmerzen verursacht – eher so etwas wie ein Antiproblem ist, eine Lösung von vor Jahren, vor Jahrzehnten, schon im Annus Reaganis, in dem dein Verfasser geboren wurde, war es OK, urheberrechtlich geschützte Marken in seiner Kunst zu benutzen. Aber was dein Verfasser jetzt spürt, ist, dass es mittlerweile nicht mehr OK ist und dass das, was einmal befreiend war, jetzt nur noch traurig ist, jetzt aber auch in einem gewissen Sinne kontrollierend ist. Was einmal gegen Regeln verstieß, unterdrückt heute noch mehr (füge eine Klausel über den Effekt hinzu, dass die Leute, nachdem sie ein Jahrhundert lang der Manipulation der Alkohol/Tabak-Industrien/Lobbies ausgesetzt waren, nicht mehr so viel rauchen oder trinken wie früher), und trotzdem lassen es sich die Schriftsteller nicht nehmen, ihre Geschichten mit Markennamen zu markieren, RR, unbezahlte Schleichwerbung zu machen, nicht, weil sich das nicht vermeiden ließe, ein Stilbruch oder verwirrend wäre, sondern weil die Frage, ob Schleichwerbung oder nicht, sich ihnen überhaupt nicht als Frage stellt, sie stecken Marken in ihre Geschichten, weil Marken in ihr Leben hineingesteckt worden sind, wie durch Zwangsernährung oder Vergewaltigung, und – das ist die Banalität an der Sache – zur zweiten Natur geworden sind, ja Marken sind zur zweiten Natur der Natur geworden, und sie einzuatmen genauso natürlich wie Atmen. Heutzutage können ganze Sätze aus Marken gemacht sein, die wie Autos ineinander verkeilt sind, ganze Abschnitte wie Auffahrunfälle, die dein Verfasser auf seinem Weg zur Arbeit – mit wundem, gekrümmtem Nacken – begafft hat: Neudesignter Maskottchen-Eiscreme-Telekom-Sprecher in Sachen: Spezialgeschmackspanne m/ online Flugtickets. Revidieren, korrigieren. Macht sogar diese Technik firmeneigen. „Er würde sterben, bevor er sich verliebte“ übersetzt sich als: Männlicher Promi würde [das selbe Schicksal erleiden wie (er es tat in) seinem letzten Film] bevor er Diamanten/dutzend Rosen/Champagner als Ergänzung zum Steifen. Er blickte auf seine Armbanduhrenmarke. Sein Lächeln so klebrig wie Klebeband- oder Kleistermarke. Dein Verfasser ist allein, RR, ohne Frau, die er in Hamburgerfleisch oder eine Zukunft karnifizieren könnte. Er hat keine Freundin, die er aus einem Hackfleischküchlein zum Burger der Zukunft formen könnte. Einen abgebrochenen Roman hat er, der in einer Raumkapsel spielt, die, wie am Ende des Romans enthüllt werden sollte, niemals von Camden aus gestartet wäre. Eine Novelle, eine Novelette, die auf einer Seite für jede Minute einen einstündigen Pornofilm, mit einer Darstellerin namens Jami Joyce in der Hauptrolle, nacherzählt. Und dies, die Geschichte seiner Neurosen, Paranoia, die zum Stil wird: Er schreibt niemals das Wort Amerika und arbeitet stattdessen mit Anspielungen oder Ellipsen; er schreibt „die Stadt“, optional auch CAP (statt New York City); er schreibt „anonymer Streifen“ (statt Autobahn I-95, obwohl ihm ein alberner Instinkt „I-nonym“ einflüstert); und selbstredend benutzt er niemals Semikolons. Und wenn wir schon dabei sind, RR, sollten wir auf „Styropor“ bestehen, was oben genauso gelassen wurde, obwohl „Styropor®“ korrekt wäre, der Ausdruck für „stranggepresster Polystyren-Schaumstoff“, der von der BASF markenrechtlich geschützt wurde. Wahrscheinlich hat dein Verfasser keinen Beweggrund. Ist unpraktisch. Ist unpragmatisch. Warum schreibt er etwa immer noch, nach dieser ganzen Zeit – „hat keinen Beweggrund“ – in der dritten Person?

 

Ich war müde davon, müde, andere Welten zu erfinden – „Gefilde“, „Dimensionen“, ich war erschöpft von Synonymen, auch von Anführungszeichen – müde davon, alternative Welten zu erfinden, wohingegen ich meine eigene missverstand, ja, ja, aber ich starb auch vor Hunger.

Ich stand auf, ging aus dem Haus (Apartment).

Keine Mehrdeutigkeiten mehr. Ungenauigkeit macht nichts wertvoller, nichts universell.

Folgende Schriftsteller haben schon als Kreative in der Werbebranche gearbeitet: (später ausfüllen)

Nichts ist universell, außer Galaxien. Nichts ist universell, außer dem Universum.

I ging zu Fuß – ich mclebe in Brooklyn, ich mchabe kein Auto – zu McDonald’s. Ging, ging, dorthin, dorthin, eine Sozialhilfe-Gegend, niemand besitzt Autos, es gibt kaum Busse. Sie heißt Gravesend, das Ende der Gräber (die Briten auf den Holländern begraben). Mit Stacheldraht eingefasste Kameras, als wären es Gewehr-Installationen, beschützend. Der Parkplatz, leer, mit Kaugummis gesprenkelt. Die Trennlinien für die Autos, die nicht da waren, waren schwarz, wie Grillroststreifen. Auch das Durchfahrtsbedienungsfenster, an dem alle durchgingen, war geschwärzt. Wenn die Blende unten war, musste man klopfen. Ich überlegte, ob ich auch durchgehen und klopfen sollte, überlegte es mir anders. Ich musste mich zum ganzen Erlebnis zwingen. „Full Service“ – ein Euphemismus, den nur Callgirls und Restaurants benutzen. Dies war nicht Forschung, sondern Leben, dies war nicht Leben, sondern Existenz.

Der Schauplatz – die Tür schloss abdichtend und ließ mich als Opfer einer Klimaanlage zurück, deren Einstellung vom Hauptquartier des Konzerns aus geregelt wurde, wie ich glaube – der reale Betrieb. Es roch nach Fett/Seife/Madonna von Guadalupe-Votivkerze, Akne-Salbe. Ich nahm an einem Tisch Platz. Ein Tisch inmitten von Fliesen. Ich nahm einen Stift und ein Notizbuch mit der Absicht, mir Notizen zu machen, heraus, schrieb oben auf die erste Seite McDonald’s, strich es durch und schrieb den Possessivplural, McDonalds’, nieder, sah dann auf das Logo auf den Kassen und strich das durch und schrieb, wieder im Singular, in die dritte Zeile McDonald’s, steckte das Notizbuch zurück in meine Jacke.

Es war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte, womit ich sagen will, genauso, wie ich es mir nicht vorgestellt hatte, denn ich hatte mir anfangs eine Vorstellung vorgestellt – alles für die Katz. Wischmopp, Wischmopp auf dem Boden, die Flossen des Mopps, die verknoteten Tentakel des Mopps wischen den Boden. Eine goldbogige Pyramide – eine Reklametafel –, die vor „Rutschgefahr bei Nässe“ warnt, und die schmutzigen Witze, die das hervorruft, dann fällt einem dieser andere Ausdruck ein, „pünktlich wie die Uhr“, und da ist eine Uhr, die über den Aushängen und Fahndungsfotos die Schichten tickt: Mitarbeiter des Monats wegen bewaffnetem Raubüberfall gesucht, Verletzung der Unterhaltspflicht. WC für Damen und Herren, aber wird gereinigt, WC für Damen und Herren, aber kaputt (lustig, sich jede Fliese als Deckel eines Pappkartons vorzustellen, ein untergetauchter Pappkarton).

Burger vom Asphalt aufgesammelt, ergibt ein Schlagloch. S(alat), T(omate), Z(wiebeln), Pilzwolke aus Softdrinkschaum. Ich kann mit drei Strohhalmen eine Schlinge machen, ich kann das mit zwei. Sitzenbleiben ist auf dreißig Minuten begrenzt, was regelmäßig durchgesetzt wird: Ein Kunde, der alle dreißig Minuten seinen Sitzplatz wechselt, würde genau wie lange brauchen, um auf jedem Platz gesessen zu haben (was auch immer in dieser Sitzecke ist, muss nicht obdachlos sein)?

Mikrophone schäumen dazwischen zu den Kassen. Alles auf der „1 Dollar“-Karte kostet einen Dollar. Ein Dollar enthält nie die Mehrwertsteuer. $1,08. $2,15. $3,23. $4,30 $5,38 $6,45. Ich war nicht mehr so hungrig, was vorauszusehen gewesen war. Durst war schon schwieriger. Kein Softdrink wäre groß oder klein genug gewesen. Ich hatte mittelgroßen Durst, mittelmäßigen Durst. Nur Mittelmäßigkeit würde genügen und damit mittelmäßig werden. Erhaltend. Ein Medium ergebend. Ich saß da, beobachtete, hörte zu. Dicke schwarze und Latino-Kinder, trinken schwarze und latinofarbene Softdrinks. Fetter alter weißer Mann isst Burger. Die Frau, seine Ehefrau. Matscht Pillen in den Frittenketchup. Die klimatisierte Kälte. Die schwere Stille. Eine Stille mit scharfen Kanten. Öffne Karton. Klappe Deckel nach oben. Kaue am Stift, der Zunge friedhofdunkel färbt. Der alte Mann sabberte über seinem zweiten. Ehefrau aß noch ihren ersten auf. Große Burger für diese blutleeren Körper! Diese großen großen großen großen Burger! (Nichts mehr schreiben, nichts, was intelligenter als das wäre.)

 

Aus dem Englischen von Christina Borkenhagen.



Dead Citizens,  2011-2012 von Juliana Borinski Dead Citizens,  2011-2012 von Juliana Borinski Dead Citizens,  2011-2012 von Juliana Borinski Dead Citizens,  2011-2012 von Juliana Borinski Dead Citizens,  2011-2012 von Juliana Borinski Dead Citizens,  2011-2012 von Juliana Borinski


11.02.2013 15:59

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Warum beugt ihr, die politischen Intellektuellen, euch zum Proletariat herab? Aus Mitleid womit? Ich verstehe, dass man euch hasst, wenn man Proletarier ist. Es gibt keinen Grund, euch zu hassen, weil ihr Bürger, Privilegierte mit zarten Händen seid, sondern weil ihr das einzig Wichtige nicht zu sagen wagt: Man kann auch Lust empfinden, wenn man die Ausdünstungen des Kapitals, die Urstoffe des…
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Alle Tage hört man, dass jemand mit einem etwas zusammen machen möchte, etwas organisieren und auf die Beine stellen will, aber dass … tja, was denn eigentlich ...? Uns gefällt wirklich gut, was ihr macht, aber hier könnte es einige Leute aufregen. Zwar stimmt es, dass ab und zu jemand aus einer Institution oder einem Institut entlassen wurde, weil er mit uns von Divus etwas veranstaltet hat –…
Im Rausch des medialen Déjà-vu. Anmerkungen zur Bildnerischen Strategie von Oliver Pietsch Im Rausch des medialen Déjà-vu. Anmerkungen zur Bildnerischen Strategie von Oliver Pietsch
Goff & Rosenthal, Berlin, 18.11. – 30.12.2006 Was eine Droge ist und was nicht, wird gesellschaftlich immer wieder neu verhandelt, ebenso das Verhältnis zu ihr. Mit welcher Droge eine Gesellschaft umgehen kann und mit welcher nicht und wie von ihr filmisch erzählt werden kann, ob als individuelles oder kollektives Erleben oder nur als Verbrechen, demonstriert der in Berlin lebende Videokünstler…
ArtLeaks
27.07.2014 19:39
Wohin weiter?
dschihad
Indessen, in Moskau
Indessen, in Moskau
Diana Mačulina
Die jüngsten Ereignisse in Moskau zeigen, dass die moderne Kunst in Mode kommt – private Sammlungen und Museen werden eröffnet; zum Kunst-Zentrum „Winsawod“ strömen schon am Tag nach der Eröffnung der Ausstellung „Ich glaube“ (vgl. Umělec 2/2007) Massen von Pilgern aller Altersstufen und Klassen – ungeachtet der Tatsache, dass es ein Montagmorgen ist und sie eigentlich alle bei der Arbeit sein…
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profiles
MIKROB
MIKROB
Uroš Djurić
There’s 130 kilos of fat, muscles, brain & raw power on the Serbian contemporary art scene, all molded together into a 175-cm tall, 44-year-old body. It’s owner is known by a countless number of different names, including Bamboo, Mexican, Groom, Big Pain in the Ass, but most of all he’s known as MICROBE!… Hero of the losers, fighter for the rights of the dispossessed, folk artist, entertainer…
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lösungen
Goshka Macuga: The Nature of the Beast. Whitechapel Gallery, London.
Goshka Macuga: The Nature of the Beast. Whitechapel Gallery, London.
Lizzy Le Quesne
Mit ihrer Installation The Nature of the Beast hat die in London wohnende und für den Turner Prize 2008 nominierte polnische Künstlerin Goshka Macuga einen einzigartigen Treffpunkt für öffentliche Begegnungen geschaffen. Gewagt stellt sie eine eigene Skulptur und eine Zusammenstellung aus altem und aktuellem Dokumentationsmaterial neben eines der größten Meisterwerke Picassos. Diese komplexe…
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anti-altäre
Als Jesus zur Kanone griff: Einführung in extremistische, katholische Ästhetik.
Als Jesus zur Kanone griff: Einführung in extremistische, katholische Ästhetik.
Jorge Flores-Oliver
EINE KURZE EINFÜHRUNG IN DIE EXTREMISTISCHE KATHOLISCHE ÄSTHETIK Es gibt wohl keine Kunst, die eher für eine traditionelle, katholische Stadt charakteristisch ist als religiöse Kunst (und das trotz des Schadens, den die besagte Religion aufgrund der Ausbreitung von Sekten erlitten hat, die ihr über Jahre hinweg lebenswichtigen Raum genommen haben). Die Horden, die jedes Wochenende die Kirchen…
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