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Berlin-Taipeh  Hin und Zurück
Zeitschrift Umělec
Jahrgang 2008, 1
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Berlin-Taipeh Hin und Zurück

Zeitschrift Umělec 2008/1

01.01.2008

Michael LaFond | berlin-taipeh | en cs de es

EXPERIMENTCITY TRIFFT TREASURE HILL


Westliche kreative Städte wie Berlin schrumpfen, während sich östliche Metropolen wie Taipeh des zweifelhaften Vergnügens eines noch immer kraftvollen, zerstörerischen wie schöpferischen Kapitalismus’ erfreuen können. Wie viele Städte in der Alten Welt rühmt sich Berlin eines scheinbar unerschöpflichen Angebots von billigen, ungenutzten Flächen und Gebäuden, sogar im Zentrum, und dieses Angebot zieht Massen von jungen Kreativen an. Das Wachstum Taipehs hat hingegen unlängst das höchste Gebäude der Welt hervorgebracht sowie den Zwang, auch noch den letzten Quadratzentimeter verfügbaren Landes wirtschaftlich zu nutzen. Und während Berlins Identität immer stärker post-rational wird, was zu einer neuen Flexibilität und zu einer Betonung der Kulturwirtschaft führt, wird in Taipeh erstmals das von außen eingeführte, westliche Modell der rationalen Planung infrage gestellt und so ein alternatives, urbanes „Organischsein“ zutage gefördert, das chaotisch, aber energisch, eigen und unplanbar erscheint. Und wo sich Berlin in den vergangenen Jahrzehnten konstruktiv mit Hunderten von Hausbesetzungen auseinander gesetzt hat, erlebt nun auch Taipeh seinen eigenen informellen, illegalen und kreativen Prozess der Bebauung. Mit scheinbar sehr unterschiedlichen urbanen Herausforderungen gehen so auf entgegen gesetzten Seiten des Planeten Initiativen um, die viel miteinander gemein haben, und die Aktivisten der Kulturplanung in diesen Städten tauschen sich seit Jahren über ihre Strategien aus. Ein Beispiel ist eine Initiative, die die nachhaltige, kulturelle (Weiter-)Entwicklung von Treasure Hill fördert, einem vormodernen, organisch gewachsenen Dorf in Taipeh. Das Berliner „id22: Institut für kreative Nachhaltigkeit“ wurde eingeladen, in Zusammenarbeit mit der OURs Planungsgruppe aus Taipeh bei der Organisation von Aktionen und Events zu helfen.

id22
id22 erkundet seit dem Mauerfall die Verbindungen zwischen Kultur und Gesellschaft durch Aktionen, Events, Netzwerke und Erfahrungsaustausch und arbeitet dabei lokal wie international mit verschiedenen Kulturen von nachhaltiger Entwicklung. Nachdem es viele Jahre in der Berliner ufaFabrik untergebracht war, einem bekannten Beispiel für ein ganzheitliches, ökologisches Kultur- und Wohnprojekt, das 1979 aus der Besetzung der stillgelegten ufa-Filmstudios entstanden war, ist id22 nun in der MARIE Planungs- und Baugemeinschaft im Osten Berlins beheimatet. Unter anderem koordiniert id22 das Netzwerk experimentcity durch Veranstaltungen, Publikationen und Internetauftritte und unterstützt so gestalterische und kommunikative urbane Initiativen mit einem besonderen Augenmerk auf selbst organisierten Wohnprojekten.

OURs
Auch Taipeh hat 1989 eine friedliche Revolution erlebt, als die Allianz „Schnecke-ohne-Schneckenhaus“ mehr als 50.000 Protestierende versammelte und eine Nacht lang eine wichtige Kreuzung im Stadtzentrum besetzte. 1990 gründeten Mitglieder dieser sozialen Bewegung die NRO OURs (Organization of Urban Re’s). OURs war eine der ersten NROs in Taiwan, die sich mit sozialräumlichen Praktiken beschäftigte und die Stadtplanungspolitik kritisierte, wobei „Re’s“ u.a. für Reform, Rediscovery (Wiederentdeckung) und Reflektion steht. Sozial engagierte Studenten und Angestellte aus Architektur, Stadtplanung und anderen Bereichen haben sich so zusammengeschlossen, um sich durch eine multidisziplinäre Plattform, die von OURs entwickelt wurde, der Förderung von städtischen Reformen in Taiwan zu widmen.

Treasure Hill
Dieses bescheidene Dorf, das sich am Stadtrand Taipehs zwischen schlammigen Flüssen und ungezählten Autobahnauffahrten an die Hänge schmiegt, ist für die einen ein romantisches Gemälde und für die anderen ein Schandfleck und die schmerzliche Erinnerung an Taipehs von Bäuerlichkeit und Immigration geprägte Vergangenheit. Treasure Hill ist seit Jahrhunderten eine geheiligte Tempelstätte, war im Zweiten Weltkrieg eine militärische Stellung und wurde dann zu einer organischen, besetzten Gemeinde am Fuße des Guan-Yin-Hügels am Hsin-Dian-Fluss. Die Benachteiligten der Gesellschaft bauten hier zwischen den späten 40ern und den 70ern ihre Hütten. Aber wie so viele Slums existierte Treasure Hill niemals offiziell auf den Stadtplänen und sah sich nicht nur einmal der Drohung ausgesetzt, zugunsten eines Parks abgerissen zu werden. Während der rasanten Entwicklung Taipehs in den vergangenen Jahrzehnten blieb Treasure Hill im Verborgenen und entging so dem mit Zwang und Gewalt verbundenen Prozess der Gentrifizierung1 im Rahmen der kulturellen Modernisierung. Manche erinnert diese Art von illegalen Siedlungen an die neuere Geschichte Taiwans mit ihren zwei Immigrationswellen – die der Festlandschinesen von 1949 und die Landflucht zwei Jahrzehnte später, die einen extremen Wohnungsnotstand hervorriefen.
„In den späten 50ern und 60ern waren bis zu 30% aller Gebäude illegal erbaut worden. Während man durch Straßen wie die Sinyi Road ging, lief man an Menschen vorbei, die direkt dort ihre Häuser bauten“, sagt der Dekan des Instituts für Bau und Planung der Nationalen Universität Taiwan, John Liu. Kang Min-jay, Dozent am Fachbereich für Architektur der Tamkang Universität und ein Mitglied von OURs, erklärt: „Für sich genommen sind die Häuser irrelevant, aber zusammengenommen stellen sie eine eigene Gesellschaft dar. Zum Beispiel sind alle Materialien, die sie verwenden, recycelt, wie die Ziegel, was man an der Art, wie die Mauern gebaut sind, sehen kann.“
Neben der Benutzung von wieder verwendeten Materialien zeichnen sich die Wohnungen auch dadurch aus, dass an ihnen über Jahrzehnte hinweg gebaut wurde – neue Stockwerke wurden in dem Maße, wie Platz benötigt wurde, hinzugefügt, um eine neue Generation der Familie unterzubringen.
Umsiedlungspläne der Stadt führten in den frühen 90ern zu gewalttätigen Protesten der Bewohner von Treasure Hill, die von örtlichen Studierenden unterstützt wurden. Zuerst wollte man Treasure Hill noch als eine Art Denkmal an Taipeis Vergangenheit als Stadt der Immigranten erhalten, aber dann, so Liu, „verstanden wir, dass es die falsche Idee war, das Gebiet einfach als Museum oder Gedenkstätte zu erhalten. Was die Menschen wirklich brauchten, war erschwinglicher Wohnraum.“ 2003 hatte sein Bündnis schließlich gesiegt und einen Kompromiss mit den Stadtbeamten erreicht, in dem OURs für eine Übergangszeit die Zuständigkeit für das Gebiet und ein kleines Budget zugewiesen wurden.
Im Gegenzug gegen die Zusicherung der Stadt, den Bewohnern von Treasure Hill erschwinglichen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, konnte diese das Gebiet für ein Artist-in-Residence-Programm nutzen. Treasure Hill erhielt den Status eines „kulturell bedeutenden Gebiets“, einer neuen Kategorie im Denkmalschutz, die, so Liu, nur eine Stufe unter der eines „historisch bedeutenden Ortes“ steht.
Seit 2003 hat OURs Treffen von Mitgliedern der Gemeinde organisiert, Studentengruppen mobilisiert, mit deren Hilfe die Gemeinde geputzt und verschönert worden ist, und ein Künstler-Programm initiiert, in dessen Rahmen verlassene Wohnungen genutzt werden.
Das Artist-in-Residence-Programm begann im Februar 2004. Die Künstler, die bereits am Programm teilgenommen haben, hinterließen eine tief greifende Wirkung in der Gemeinde, sagt Lin Yu-chou von OURs. Einer der Künstler war der Fotograf Yeh Wie-li, der die etwa 80 Bewohner der Gemeinde in „Phase One: The Portrait Project“ fotografierte. Dies wurde später zu einem auf drei Jahre angelegten Projekt mit einer Foto-Galerie, einem Gemeinde-Teehaus, einem Archiv und einem Garten, die unter dem Titel „Treasure Hill Tea + Photo“ zusammengefasst wurden.

GAPP Treasure Hill
Im Verlauf der Jahre haben OURs und seine Partner eine Reihe von Initiativen koordiniert, unter anderem das Treasure Hill New Discovery Film Festival und das Global Artivists Participation Project (GAPP), um so das Ziel von Erhaltung und Wiederbelebung zu verfolgen und neue Visionen zu unterstützen, die den bestehenden Aufbau der Gemeinde respektieren und gleichzeitig das Konzept der „Symbiose“ verwirklichen. So sollen Produktion und Ökologie in das kommunale Leben eingebunden und das Programm eines internationalen Jugend-Hostels eingeführt werden genauso wie kreative Kunstideen für den weiteren kulturellen Austausch mit einer breiteren internationalen Öffentlichkeit.
Um mehr zu bewirken als das bloße Entstehen eines „Künstlerdorfes“ in Treasure Hill, lud GAPP verschiedene Gruppen von „Artivisten“ ein, mit der Siedlung zu arbeiten, was zu einer Reihe von Schriften, Installationen, Performances und Aktionen auf der Grundlage von künstlerischen Darstellungen führte. In diesem abgelegenen Areal, das bis dahin keinerlei Kontakt mit dem offiziellen Kunstbetrieb hatte, ließen die vielschichtigen Wechselwirkungen und Dialoge – von Landschaft und Tektonik, Fotografie, Installationskunst, Musik, Audio-Installationen bis hin zu ökologischer Architektur und Theater etc. – neue Energien entstehen. Die „kunstlose“ Gemeinde wurde gebeten, sich in Kunstprojekte einzubringen oder täglichen Kontakt mit Kunst zu haben, um so Aufmerksamkeit für die Belange des Dorfes zu erregen und die Räumung aufzuhalten. Die Aktionen und Installationen waren oft surrealistisch, aber Kunst wurde hier als eine Eintrittskarte zu einer festen Bleibe angesehen, die Treasure Hill praktisch nicht nur auf der Taipeher Stadtkarte sichtbar machte, sondern auch auf der internationalen Landkarte der Kunst.
Hier wurde das Konzept von Artivismus eingesetzt, um neue Möglichkeiten der Planung auszuloten, bei denen Kunst eine Rolle spielt. Artivismus, die bewusste Kombination von Kunst und Aktivismus, wurde gewählt, um einen radikaleren Ansatz und eine wertorientierte Einstellung zu demonstrieren und sich so durch Kunstprojekte für sozialräumliche Probleme zu engagieren. Artivismus stellte den bewussten Versuch dar, die Gemeinde und ihre ökologischen Bedenken zu unterstützen und mit den teilhabenden Menschen zusammenzuarbeiten. GAPP brachte High-Concept-Kunst und Avantgarde-Kunst strategisch mit einer selbst organisierten Gemeinschaft zusammen, um eine größtmögliche Partizipation der Gemeinde zu erreichen.
id22 wurde eingeladen, sich dem GAPP-Programm anzuschließen. Dies brachte Kultur-Aktivisten aus Berlins ufaFabrik, Seattles Stadtviertel Cascade und dem Ateneu de 9 Barris Center aus Barcelona mit den Einwohnern von Treasure Hill und Taipeher Studenten, Stadtplanern und Künstlern zusammen. id22 konnte eine Mischung von Aktionen und Darbietungen anbieten, die alle den Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen den Projekten und den Menschen dieser verschiedenen Kulturen und Städte bedeuteten. Besonders betont wurden dabei der Prozess nachhaltiger Gemeindeentwicklung und die Integration von Kultur, Ökologie und öffentlicher Teilhabe.
Genauer gesagt, bauten die Aktivitäten von id22 in Taipeh auf Berliner Projekten wie dem Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum auf und wurden mit einem Artist-in-Residence-Programm kombiniert. Auch Konzepte für ein Gästehaus wurden aufgezeigt. Das Programm beinhaltete alles von Tanz- und Bewegungsworkshops bis zu Straßentheater und einem Workshop zu Schablonendruck, aus dem die Wandbilder an den Mauern der Zufahrtsstraße nach Treasure Hill entstanden.
Da die Artivisten von id22 keine der in Treasure Hill gesprochenen Dialekte des Chinesischen sprachen oder verstanden und die Einheimischen ihrerseits keine europäische Sprache besonders gut beherrschten, wurde vor allem über die künstlerischen Medien von Bewegung und Zeichnung und über Essen und Trinken kommuniziert. Die im Voraus geplanten Projekte wurden alle dramatisch überarbeitet und dem lokalen Kontext angepasst, was oftmals ein überraschender und herausfordernder Prozess war. Die Arbeits- und Büroräume hatten keine Heizung und überhaupt kaum Infrastruktur, was bedeutete, dass sie, wenn es regnete (was es oft tat), wie die Wohnungen im Dorf kalt und feucht waren. Die beste Interaktion ergab sich teilweise durch gemeinsame Mahlzeiten, auf denen es von amerikanischen Pfannkuchen über spanische Tortillas und deutsche Würstchen bis hin zu einer Menge in den Gärten des Dorfes geerntetem Gemüse alles gab. Die Aktivitäten fanden vorwiegend auf dem „Dorfplatz“ statt, einem Gebiet von etwa 100m², das zeitweise Filmfestivals, Meetings, Bewegungs-Workshops und natürlich auch Partys beherbergte. Visuelle und physische Kommunikation ermöglichten eine Verschmelzung von gesetzterem Tai Chi aus Taipeh sowie Joga und Dehnung aus Berlin. Auch wurde in einer Gemeindeaktion ein internationaler Garten angelegt, in dem Pflanzensamen aus Berlin, Barcelona, Seattle und Taipeh gesät wurden.
Die „Dorfvorsteherin“, eine taffe und drahtige ältere Dame, hatte ihr eigenes Haus direkt auf dem Dorfplatz, so dass sie alles beobachten und, wenn nötig, schnell helfen konnte. Als eine kulturelle Gemeindeentwicklungs-Initiative hatten die Events und Aktivitäten Erfolg damit, eine große Bandbreite von Menschen und Ideen zusammenzubringen und waren wichtig, um neue und unvorhergesehene Energien freizusetzen. Dieses „sensible“ Zusammenkommen von lokalen und internationalen, von künstlerisch-provokativen und traditionell-konservativen Energien führte zu einem echten Glauben an neue Möglichkeiten. Es entstand Hoffnung für die Visionen von Treasure Hill, welche die lokalen Bedürfnisse nach Sicherheit und Vertrautheit mit der Notwendigkeit, zusätzliche Identitäten und neue Ebenen im Aufbau des Dorfes zu entwickeln, miteinander in Einklang bringen können, um eine nachhaltige Lösung für die Zukunft, im sozialen wie im ökonomischen und kulturellen Bereich, zu finden. Solche Prozesse benötigen sowohl Struktur als auch flexible Moderation und wurden gemeinschaftlich von id22 mit Partnern von OURs gemanagt.
Schließlich konnte OURs dabei behilflich sein, eine langfristige Einigung mit den Bewohnern von Treasure Hill zu erzielen. Teil dieser Einigung war der zeitweilige Umzug der Bewohner während der Renovierungsarbeiten. Die Besetzer erhielten gemäß den Taipeher Regelungen über die Enteignung von Eigentum 22.000$ für jedes Haus, gaben dafür aber alle legalen Rechte auf und werden, so Liu, nach dem Wiederaufbau ihrer Häuser Miete zahlen müssen.
Sowohl für die Künstler als auch für die Beamten der Stadtverwaltung ist Treasure Hill ein „Projekt in Arbeit“, das neue Wege aufzeigt, wie Stadtplaner wichtige Themen wie erschwinglichen Wohnraum, Bewahrung und multifunktionale Objekte angehen können. Außerdem ruft das Projekt laut Liu viel internationales Interesse hervor und könnte so Ländern wie China helfen, ein Programm zum Umgang mit Landflucht und der Bewahrung der historischen Hutongs (chinesische Wohnviertel mit engen Gassen) und anderer Siedlungsarten zu entwickeln.
Die Taipeher Kulturverwaltung führt inzwischen ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt zur Restaurierung und Erhaltung von Treasure Hill durch; für die Zukunft haben sich OURs und das Treasure Hill Artivists CO-OP vier Aufgaben gestellt: „Treasure Hill Homeland“, ein „Artivists-in-Residence-Programm“, ein „Internationales Jugend-Hostel“ und „Öko-Architektur und Naturlernen“. Diese Programme werden mit den folgenden Projekten die Pfeiler der Renovierung von 2008-2009 sein:
• Das Zentrum für Nachbarschaftshilfe – es verwirklicht die Ideale von Hilfe für Benachteiligte, von Arbeitsberatung, von Entwicklung einheimischer Industrien und davon, Künstler, Sozialarbeiter und Studenten dazu einzuladen, sich in die Gemeinschaft einzubringen und die Teilhabe der Bewohner an Durchführung und Management zu stärken.
• Das Artivists-in-Residence-Programm: Es wählt transnational agierende Künstler und Künstlergruppen aus und stellt ihnen kostenfrei Studio-Räume zum Arbeiten, Erschaffen und Leben zur Verfügung. Die Künstler sind verpflichtet, im Gegenzug ihren Beitrag zur Gemeinde zu leisten, in dem sie ihre Arbeiten gemäß den Grundsätzen von Open Studio und kleiner Gruppenausstellungen vorbereiten.
• Ausstellungen und Aktivitäten – es werden regelmäßig Kunstvorlesungen, Foren und Ausstellungen abgehalten, um die Akkumulation von kreativer Energie und die Einbindung der Gemeinde in Kunstaktivitäten zu fördern.
• Wochenend-Kunstmärkte – es werden Freiluft-Kunstmärkte abgehalten, um eine ungezwungene Atmosphäre zu schaffen, die den Austausch kreativer Ideen und selbst gemachter Kunstobjekte stärkt.
• Land Art und ökologischer Garten – aufbauend auf dem Konzept von kommunaler Landwirtschaft werden Künstler eingeladen, mit örtlichen Biobauern zusammenzuarbeiten, Öko-Technolgie anzuwenden und Land Art-Installationen zu erschaffen, und so die ökologischen Ethikstandards von Nachhaltigkeit zu fördern.
• Kreativladen – musikalische Aktivitäten und die Lebensmittelversorgung des Dorfes werden kombiniert und schaffen damit eine halb-öffentliche Schnittstelle für die Bürger, um die Gemeinde besser verstehen zu können.
• Gemeinsame Buchhandlung – ein symbolischer Diskursort soll geschaffen werden, der als Basis für Experimente, Diskussionen und die Weiterentwicklung von fortschrittlichen Themen auf dem Gebiet von kultureller und sozialer Wieder- und Neubewertung von Visionen dienen kann.
• Trainingsprogramm für Freiwillige – Freiwillige, die Führungen anbieten, das Areal instand halten und andere das Programm unterstützende Tätigkeiten wahrnehmen, sollen gefunden, geschult und dazu ermutigt werden, an den Entscheidungsprozessen teilzunehmen.
Der Austausch zwischen Taipeh und Berlin, OURs und id22 ist fast vollständig mit Mitteln aus Taipeh unterhalten worden. Taiwan befindet sich in einer sehr unangenehmen Situation, da das Festlands-China immer wieder damit droht, seine verlorene Provinz „zurückzuholen“, und so braucht dieser Inselstaat internationale Partner und Aufmerksamkeit für seine Probleme. Die westliche Welt bevorzugt es, mit einem ausgesprochen undemokratischen China Geschäfte zu machen und vermeidet dabei Taiwan, das – wie große Teile Osteuropas – auf dem besten Weg ist, ein konsolidiertes, demokratisches Land zu werden, wie ein ungezogenes Kind. Folglich gibt es wenig Interesse seitens öffentlicher Geldgeber, Aktivisten aus Taipeh nach Berlin zu bringen. Nichtsdestotrotz sind die Kulturplaner von OURs in den vergangenen Jahren auch in Berlin aktiv gewesen und nahmen zum Beispiel an Ausstellungen von experimentcity teil – damit brachen sie ihre eigenen Ideen und Praktiken von Kulturplanung nach Europa.






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